Es ist sechs Jahre her, dass die Schreiblust auch meine Enkeltochter ergriff. (Liegt es in den Genen, oder habe ich sie bloß angesteckt?) Mit ein wenig Hilfe von mir entstanden damals einige Kurzgeschichten – die ersten zarten Versuche, die Welt in Worte zu fassen. Eine davon fand sogar ihren Weg in die Geschichtensammlung „Überall ist irgendwo“ und in eine Zeitschrift. Ich war stolz, und sie war es auch – das Leuchten in ihren Augen ist auf den Fotos nicht zu übersehen.
Doch mit der Zeit ließ das Interesse am Schreiben etwas nach. Andere Dinge traten in den Vordergrund, nicht alle davon waren leicht oder schön.
Heute ist Julia 17 Jahre alt. Noch nicht ganz erwachsen, und doch trägt sie bereits eine Last. Schmerzliche Erlebnisse haben tiefe Wunden hinterlassen, und das Mädchen sucht nach einem Weg, sie zu verarbeiten, sie zu heilen. Um damit leben zu können, wie sie selbst sagt.
So griff Julia wieder zum Stift. Zum Tagebuch. Zu sich selbst. Nun möchte sie einen eigenen Blog eröffnen. Ich bin berührt und dankbar, dass ich sie dabei begleiten darf. Gemeinsam haben wir eine WordPress-Seite eingerichtet – einen Ort, an dem Julia sich mitteilen kann, wenn sie bereit ist. Noch ist sie unsicher, ob sie ihre Gedanken öffentlich machen oder lieber im geschützten Raum bleiben möchte. Aber ich vertraue darauf, dass sie spürt, was ihr guttut. Und dass sie ihren eigenen Rhythmus findet.
Hier geht es zu Julias Blog:


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