Buchrezensionen


"Pflanze Träume in deinen Seelengarten"

Karin Biela

Ein Buch zum Träumen

 

Einmal vom Alltag abschalten, sich in eine märchenhafte und fantasiereiche Welt begeben, wo Träume erlaubt sind, wo Gedanken sich so wunderbar in Worte fassen lassen – das alles gelingt mit einem Krimi oder Thriller nicht. Dafür jedoch mit diesem Buch. Alleine schon der Titel verrät uns den Inhalt. „Pflanze Träume in deinen Seelengarten“ … Mit besinnlichen Gedichten, poetischen Geschichten und Märchen entführt mich Karin Biela in ihrem so liebevoll gestalteten Buch in ein anderes Reich, in dem Frieden und Harmonie herrschen, in dem Natur und Mensch eins sind. Zusammen mit wunderschönen Illustrationen von Brigitta Blome bilden die Texte ein kleines Kunstwerk, ein Schmuckstück, das man gerne in der Hand hält.

 

„Im Frühling erwacht der schlafende Baum aus seinem langen Wintertraum.

Er lässt sein junges Blattwerk, leuchtend grün, zu unser aller Freude erblühn.

Er heißt mich willkommen in dem heiligen Hain, um eine Weile bei ihm zu sein.

Wie in einem Zimmer aus wirrem Geäst, der Wunsch nach Ruhe in mir wächst.

Ich halte inne in meiner täglichen Hast, um dankbar zu vergessen meine Last“.

 

So halte auch ich beim Lesen inne, denke nach über das Schöne in meinem Leben, über erfüllte Träume und kostbare Momente – erlebt alleine oder mit einem lieben Menschen an meiner Seite; vor meinem inneren Auge sehe ich wieder den sonnendurchfluteten Birkenwald und fühle mich in seinem Schutze geborgen … sowie es damals, vor langer, langer Zeit einmal war.

 

Ein wunderbares Buch zum Träumen und gut geeignet, um auch anderen eine Freude zu schenken.


"Bittere Bonbons"

Milla Dümichen

Ein Buch der leisen,

dennoch eindringlichen Worte ...

 

Nun habe ich das Buch „Bittere Bonbons“ gelesen und mich sehr gefreut … – für die Autorin gefreut, dass es ein gutes Buch geworden ist, für mich selbst gefreut, dass ich es lesen durfte.

In vielen kleinen Episoden erzählt Milla Dümichen über ihr Leben und ihre Familie, manchmal mit Humor, manchmal mit Sehnsucht und Trauer, manchmal ganz ernsthaft, aber immer mit Liebe und Warmherzigkeit. Einiges erstaunte mich, weil sich in ihren Erzählungen auch mein Leben widerspiegelte. Sie ist zwar in behüteten Familienverhältnissen aufgewachsen, anders als ich, aber beide sind wir in Sibirien geboren (trotzdem liegen unsere Geburtsorte weit, weit auseinander!), und die Schicksale unserer Eltern und Großeltern ähneln sich auf schreckliche Weise. Aber wen wundert das, besonders denjenigen, der Russland und das Leben dort auch nur ein wenig kennt?

Es ist ein Buch der leisen, dennoch eindringlichen Worte, und ich will nicht allzu viel verraten. Die Menschen sollen einfach das Buch in die Hand nehmen, lesen, mitfühlen, mitfiebern oder auch mitlachen, und in jedem Fall nachdenken – über die Vergangenheit, über die Vergänglichkeit und über das, was nie in Vergessenheit geraten darf.

Ich freue mich, dass Milla Dümichen in Deutschland ihr Zuhause gefunden hat, dass sie hier glücklich ist, dass sie das Talent und vor allem den Mut hat, über Erlebtes zu schreiben.


"Begegnungen"

Rainer Güllich

Respekt

 

Mit einem guten Gefühl habe ich das Buch aus der Hand gelegt. Nicht nur die humoristische Seite dieser kleinen Episoden / Begegnungen haben es mir angetan – auch das Menschliche, das dahinter steckt. Jede Geschichte erzählt von einem einzigartigen Menschen, davon, wie er mit seiner Krankheit, mit alltäglichen Situationen zurechtkommt; die Reaktionen sind so unterschiedlich, wie die Personen es selbst sind. Wie der Autor in seinem Nachwort schreibt, kam es zu den geschilderten Situationen in der Anfangszeit seiner Berufslaufbahn – als er gewissermaßen die ersten Schritte als Ergotherapeut machte. Man merkt jedoch, dass ihm von Anfang an die Menschen wichtig waren, mit denen er zu tun hatte. Wenn auch mit einem Lächeln von so manchen amüsanten (und traurigen) Begegnungen erzählt, belächelt er diese Menschen nicht, sondern hat großen Respekt vor jedem von ihnen. Gerade dieser Respekt gibt mir das gute Gefühl und ich würde jedem, der ihn braucht, so einen Ergotherapeut wünschen und auf jeden Fall das Buch „Begegnungen“ ans Herz legen.


"Du kannst nichts. Du bist nichts. Aus dir wird auch nichts."

Rita Bittner

Du kannst es!

 

Oh doch – du kannst es! Du bist liebenswert! Aus dir ist etwas geworden!

Das, was ich zuallererst erkenne, nachdem ich dein Buch in die Hand genommen habe – du hast ein Talent. Ein Talent zum Schreiben, zum Erzählen, zum Mitteilen. Und das in Verbindung mit dem, was dir als Kind und Jugendliche widerfahren ist, macht das Buch so stark und lesenswert. Es ist keine leichte Kost, wie auch alle Bücher über sexuelle, körperliche und seelische Misshandlungen es nicht sind. Man muss es ‚häppchenweise‘ lesen, um zu begreifen, was alles der kleinen Rita angetan wurde, um zu verinnerlichen, welche Auswirkungen es in ihrem Leben haben wird. Mit diesen Auswirkungen wird sie lange kämpfen müssen. Aber – und das ist wichtig! – sie gewinnt.

Letztendlich sehe ich eine Frau, die sich ihrer Vergangenheit zugewandt hat, um zu sagen: „Nein! So nicht! So bin ich nicht!“

Schritt für Schritt gelingt es ihr, die kleine Rita zu befreien und ihr das Gefühl der Wertigkeit und Einzigartigkeit zu geben.

Ich sehe eine Frau, die groß geworden ist, und diese Frau – die kann alles.


"Wohin du gehen wirst ..."

Barbara Siwik

'Einfache' Menschen in voller Größe

 

Selten hat mich ein Buch so bis tief in die Seele berührt. Die Geschichte zog mich von Anfang an in ihren Bann, so als ob ich mittendrin im Geschehen wäre. Sogar der Dialekt störte mich nur am Anfang, schon bald war er mir vertraut. Ich habe mich in das Leben hineinfühlen können – das fand ich selbst ganz erstaunlich, – und Die Menschen sind mir richtig ans Herz gewachsen. Das Überraschende dabei war auch – das Dorfleben konnte ich gut verinnerlichen, wahrscheinlich, weil ich in etwas ähnlichen Verhältnissen aufgewachsen bin. Die Atmosphäre war irgendwie die gleiche. (Mein Heimatdorf liegt zwar in Russland, aber es war zu meiner Zeit wie eine kleine deutsche Insel mitten im riesigen Land. Jetzt ist davon nichts mehr übrig geblieben – bis auf einzelne Familien sind alle nach Deutschland ausgesiedelt und ihre Häuser bewohnen Fremde) …
Als das Buch zu Ende war und ich Elses Tod miterleben musste, hatte ich Gänsehaut und fühlte eine tiefe Traurigkeit, aber zugleich auch so etwas wie Frieden in meinem Herzen und Respekt. Ja, großen Respekt vor einem Leben, das so vergangen ist.
Ich freue mich sehr, dass ich dieses Buch lesen durfte – herzlichen Dank dafür. Solche Bücher sind, denke ich, sehr wichtig – zeigen sie doch ein ‚bescheidenes‘ Leben eines einfachen (auf den ersten Blick) Menschen in voller Größe und auch in seiner Einzigartigkeit und Wertigkeit.


"Voila! El-fie et Scherie-hi ..."

Christel Wismans

Können Pink und Rosa bösartig sein? ...

Die Bekanntschaft mit Elfie hat mir viel Vergnügen bereitet. Elfie ist eine Frau, die immer geradeheraus ihre Meinung kundtut, vor niemandem zurückschreckt, sich durchsetzt und doch … sehr sensibel sein kann. Ihr Kern – weich und lieblich, auch wenn auf Anhieb nicht leicht erkennbar – harmoniert außerordentlich gut mit ihrem Äußeren und besonders mit ihrem Outfit … Können Pink und Rosa bösartig sein? Nein, niemals! Die Farben sind zart und warm. So auch die Frau … Na gut, manchmal flippt sie aus, aber dann hat sie ihre Gründe, dann kann sie einfach nicht anders.

So eine Elfie ist natürlich nicht allein, das geht gar nicht. Sie muss jemanden beschützen und sie muss ab und an auch selbst beschützt werden. Und vor allem geliebt … Ihr Scherie-hi Klaus-Dieter – ich verrate hier seine Herkunft erst mal gar nicht – eignet sich hervorragend dazu, auch wenn er neben seiner Liebsten manchmal so ganz hilflos, unterwürfig und verloren wirkt …

Aber jetzt … jetzt stoppe ich mich mal lieber, um nicht allzu viel auszuplaudern. Das Buch muss man einfach selbst in die Hand nehmen, aufmachen, in das fast schon abenteuerliche Leben der Beiden eintauchen, lachen, schmunzeln, wieder lachen und … sich darüber freuen, Elfie und Scherie-hi überhaupt entdeckt und kennengelernt zu haben.


"Hombeerrote Knallbonbons"

Christel Wismans

Dann hätten wir eine friedvolle Welt

 

Ein so warmherziges Buch findet man selten. Ich empfehle es nicht nur denjenigen, die Kinder und Enkelkinder haben, sondern auch denen, die keine haben. Beim Lesen bekommt man den Eindruck, dass die Autorin einfach ihren Gefühlen und Gedanken freien Lauf lässt, und sie reihen sich wie von selbst in Wörter und Zeilen ein und erzeugen Bilder der Liebe, Zuwendung, Vertrauen und Harmonie. Ja, Harmonie – trotz der chaotischen Szenen, die im Buch ab und an beschrieben werden.

Was mir gleich zu Anfang aufgefallen ist und was für mich das Buch so wertvoll macht – die Kleinen werden von 'Oma' mit Respekt behandelt, sie befinden sich auf gleicher Augenhöhe mit den Erwachsenen, und nur so entsteht ein gegenseitiges Vertrauen, eine liebevolle, lebenslange Bindung.

Nachdem ich das Buch aus den Händen legte, dachte ich nur: Wenn alle Mütter und Omas so wären, dann hätten wir eine viel friedvollere Welt ...

Danke für dieses schöne Buch!


"Die Seele der Traumtänzerin"

Christin Ahrens

Du hast den Kampf gewonnen

 

Liebe Christin,

Deine Lebensgeschichte hat mich sehr beeindruckt. Ich kenne die Borderline-Krankheit nicht, jedenfalls sind Menschen in meinem näherem Umfeld nicht davon betroffen, aber ich konnte mir anhand Deiner Aufzeichnungen ein gutes Bild darüber machen. Du bist in Deiner Erzählung ehrlich und offen – das hat mir sehr imponiert, denn das sind Eigenschaften, die auch ich hoch schätze. Deine Kindheit, Deine schlimmen Erfahrungen haben Dein Leben traumatisiert, haben Dich krank gemacht. Du lässt mich (nicht nur mich – alle Leser) in Dein Innerstes blicken und so wird uns bewusst, wie viel Du ertragen und einstecken musstest, wie oft Du zurückfielst in das alte Verhaltensmuster … Du warst jedoch immer wieder aufgestanden und nahmst den Kampf erneut auf. Denn Du wolltest glücklich werden zwischen all‘ den Menschen, die Dich umgaben. Letztendlich hast Du gewonnen, denn Du weißt jetzt, dass Du von anderen geschätzt wirst, dass Du ein sehr liebenswerter Mensch bist. Und dass Du es immer warst!


"Quer durch mich"

Maria Martin

 

Mut zum Leben

 

Ein sehr bewegendes Tagebuch. Erst wenn man so etwas liest, wird einem klar, welche Verwüstung ein sexueller Missbrauch im Leben eines Menschen hinterlässt. Umso mehr bewundere ich Deinen Willen, Deinen Mut und die enorme Arbeit, liebe Maria, die Du an Dir geleistet hast, um in der 'Wüste' wieder eine lebenswerte Welt aufzubauen. Nicht weniger mutig ist es, diesen Prozess zu dokumentieren und offen mit anderen Menschen zu teilen.

Beim Lesen ertappte ich mich an einigen Stellen dabei, dass ich ähnlich denke und fühle. Allerdings verbindest Du vieles in Deinem Leben mit dem Glauben an Gott und da gehen unsere Lebensbetrachtungen entgegengesetzte Wege. Aber ich kann gut verstehen, dass Gott für Menschen kraft- mut- und hoffnungspendend sein kann. Ich glaube nicht an Gott ob gut oder böse, schon als Kind habe ich das nicht getan, bei mir ist mit diesem Namen viel Negatives verbunden, obwohl das nicht unbedingt als Grund meiner Ablehnung dient. Wichtig jedoch ist, dass wir beide es geschafft hast mit oder ohne Gott

Liebe Maria, ich wünsche Dir viele schöne, sonnige, mit Liebe erfüllte Tage in Deinem Leben, und für Dein Buch noch viele, viele Leser. Denn solche Bücher sollen den Weg in die Herzen möglichst vieler Menschen finden. Nur so können sie in unserer Welt etwas ausrichten.


"Nicht verrückt, nur deplatziert"

Anja Flieder

Respekt!

 

Ein kleines Buch, das in die Tiefe geht und Intensität ausstrahlt.

Man muss es aufmachen und eintauchen - in die Gefühlswelt eines Menschen, eines Kindes, dem Schlimmes angetan wurde, das überlebt hat, erwachsen wird und lernt, mit der Vergangenheit und dem Schmerz umzugehen. Das Eintauchen geschieht eigentlich von selbst, zumindest geht es mir so. Jede kleine Geschichte, jedes Gedicht findet Einklang in meiner Seele, berührt die eine oder andere Saite in mir, macht mich traurig, lässt Hoffnung aufsteigen, Freude aufkommen, erfüllt mich mit Zorn oder bringt mich zum Staunen. So wie dieses Gedicht:

 

"Der Himmel weint

Immer dann, wenn die Kleinen weinen,

keinen Ausweg mehr sehen,

am liebsten sich in Luft auflösten.

Ihr Lachen nur gespielt ist

und ihre Augen leer bleiben.

Sie umzingelt sind von der Einsamkeit.

Wenn sie sich nicht mehr freuen können

und keine Hoffnung mehr haben.

Weder wach sind, noch schlafen.

Der Himmel weint immer dann,

wenn ein Kind das Leben als Strafe empfindet,

und lieber zu Staub würde, als am Leben zu bleiben ..."

 

Mein erster Gedanke war: Diese Zeilen hätten auch von mir sein können, es geht um mich, es geht um das kleine Mädchen in mir, es sind seine Gefühle! ... Ich musste es mehrmals lesen ...

Ich danke der Autorin für ihr Werk, dafür, dass sie trotz allem ihre Stimme erhoben hat, um über das zu schreiben, was viele lieber verschweigen. Sie hat das Kind in ihr zu Wort kommen und wieder aufatmen lassen, es befreit und somit den Weg gefunden - aus dem Dunklen der Vergangenheit ins Leben und in die Zukunft.


"Das Murmelglas"

Enya Kummer & Victoria Suffrage

Ein beeindruckendes Werk

 

Ein Buch, das mich aufgewühlt zurückließ. Beim Lesen verspürte ich an vielen Stellen das Bedürfnis, innezuhalten, nachzudenken, nachzufühlen. Unwillkürlich verglich ich die Welt der kleinen Lala mit der Welt eines anderen Mädchens und musste schmerzlich und doch mit Erstaunen feststellen, wie viel Gemeinsames sie haben. Voneinander unabhängig geschrieben und völlig unterschiedlich vom Stil, sind die Geschichten der beiden Kinder auf unheimliche Weise ähnlich. Beide finden Unterstützung von ungewöhnlichen Erscheinungen, beide schöpfen Mut aus eigener Kraft, beiden hilft die Freundschaft auf dem Weg ins Leben, beide entscheiden sich letztendlich für das Glück (wenn man es so ausdrücken darf). Ich frage mich - wie viele Kinder schaffen es, auf diese Weise zu überleben? Wie viele schaffen es doch nicht?

Ich denke an Lala, an die kleine Lisa, an die unzähligen misshandelten Kinder und fühle Zorn in mir aufsteigen, aber auch Zufriedenheit, Freude darüber, dass den beiden Autorinnen Enya K. und Victoria S. so ein beeindruckendes Werk gelungen ist, das alle Leser in seinen Bann zieht. Es soll von so vielen Menschen wie nur möglich gelesen werden und es soll noch viel mehr solcher Bücher veröffentlicht werden.