Gedichte

Mein Traum

Unsere Wege kreuzten sich...
Ich sah dich zum ersten Mal
und wusste – 
ich kenne dich schon lange,
denn du bist mein Traum.

Jetzt nehme ich meinen Traum
aus dem Garten der Fantasie
und pflanze ihn
in die Wirklichkeit.
Ich bin sehr vorsichtig.
Ich möchte ihn nicht zerbrechen.
Meine Hände umhüllen ihn zarT
und fühlen seine innere Wärme.

Mein Traum...
Ich möchte, dass er sich
der Wirklichkeit anpasst,
sich mit meinem Leben verschmilzt
und anfängt zu wachsen.
Ich möchte, dass er zu einer
schönen WeIt aufblüht.
Zu einer Welt,
die deinen Namen trägt.

Unsicher


Unsicher?...
Nicht weiter gehen!
Neugierig sein, stehen bleiben.
Mich umsehen.
Lauschen, fühlen, forschen.
Kennenlernen. Deine Welt.


Dir zuhören, erzählen, lachen,
schweigen. Deine Gedanken lesen.
Verstehen, Staunen.
Kennenlernen. Dich.

In deine Augen sehen, mitfühlen.
Weinen. Berühren. Vertrauen.
Lieben. Dich in deiner Welt.

Ich gehe nicht weiter.
Ich möchte bleiben.
Bleiben bei dir.
In deinen Armen.

Schneesturm

Im Gestern ist der Frost geblieben,
Der Winter aber noch im vollen Gange,
Der Wind hat seine stärkste Wut vertrieben
Für kurze Zeit.
Was kann ich mehr von ihm verlangen?
Er schenkt mir einen Schneesturm heute -
Mein Lieblingswetter, meine wahre Freude.

Der Wind ist sanft und trotzdem kräftig.
Er wirft mir feine Nadeln ins Gesicht.
Er tobt und wirbelt mit Gelächter
Im Hexentanz.
Das macht er ganz bestimmt für mich.
Ich gehe durch den Schnee, durch Wind,
Ich weiß, dass er mir seine Kräfte gibt.

Ich fühle mich wie neu, bin aufgelebt.
Die kleinsten Sorgen sind verschwunden.
Mein Herz ist rein und unbeschwert,
Gedanken klar.
Mein Feind in mir ist festgebunden.
Wie herrlich ist das - frei zu sein,
Wenn in dem Herzen Sonne scheint.

Der Wind beruhigt sich fast plötzlich.
Am Abend wird es still. Es schneit.
Die Flocken fallen weich und zärtlich
Auf mein Gesicht,
Wie Teilchen aus der Ewigkeit...
Nur 14 Jahre bin ich hier,
Auf dieser Welt. Mein Leben liegt vor mir...

1994

Weil ich es bin

Humor

Ich wollt’ schon immer nach Paris.

Was ich nicht alles machen ließ!

Schicke Kleidung, neuen Hut …

Schaut doch mal – ist der nicht gut?

 

Ich brauchte Geld – Paris ist teuer.

Wie schwer das war, wie ungeheuer,

doch sparte ich ’ne Menge Holz.

Studierte Reiseführer, war so stolz!

 

Die Sprache fleißig lernte ich,

ich spreche jetzt perfekt Französisch.

Ich kaufte mir den größten Koffer,

und zählte dann die letzten Wochen.

 

Es war so weit. Ich konnte los,

mit Freude, die unendlich groß,

gespannt, vor Reisefieber glühend,

verpackt die Pfoten in den Schuhen.

 

So stand ich wartend auf den Zug.

Da kam er auch. Ich war so klug

und schob den Hut tief ins Gesicht.

Der Schaffner doch hat mich erwischt.

 

Er schrie und tobte: „Blöder Hund,

der Zug ist nicht für dich und nun –

verschwinde! Nächste Station!“

Er schubste mich aus dem Waggon.

 

Jetzt steh’ ich hier und frier’ im Wind,

vor Wut und Trauer fast schon blind.

Mein Traum zerplatzt, nur aus dem Grund,

weil ich es bin – ein armer Hund. 

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