Lesekampagne „Worte statt Wunden“

Lesung in der Staatskanzlei Potsdam
Lesung in der Staatskanzlei Potsdam

Im November nahm ich an einer besonderen Veranstaltung teil, über die ich gern berichten möchte. Im August erhielt ich über meinen Buchshop eine Anfrage zur Anthologie „Über Mut – Über Leben“, verbunden mit einer persönlichen Nachricht einer Kriminalhauptkommissarin aus Brandenburg. Sie plante eine landesweite Kampagne gegen häusliche Gewalt unter dem Motto „Worte statt Wunden – Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“.

Im Rahmen dieser Aktion sollten in Schulen, Bibliotheken, Seniorenheimen und im Landtag Textstellen aus passenden Werken vorgelesen werden – von Polizeibeamtinnen und -beamten sowie Mitarbeitenden von Opferhilfeorganisationen.

Sie fragte mich, ob aus der Anthologie gelesen werden dürfe und ob ich selbst an einer Lesung teilnehmen möchte. 

Mein erster Gedanke: Oh nein – auf gar keinen Fall! Vorlesen vor Publikum? Obwohl ich es bereits nicht nur einmal getan habe, ist das so gar nicht mein Ding! Ich spürte sofort dieses flaue Gefühl im Bauch. Lampenfieber pur.

* * *

Nun ist alles vorbei – die Tage sind wie im Flug vergangen, und doch haben sie Spuren hinterlassen. Nicht nur in meinem Herzen, sondern sicher auch in den Herzen vieler Menschen, die dabei waren. Was die Kriminalhauptkommissarin der Brandenburger Polizei Ramona Linné gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen auf die Beine gestellt hat, ist mehr als bemerkenswert – es ist ein Zeichen von Empathie und echtem Engagement.

Mein erster Einsatz: Universität Potsdam

Der Auftakt fand an der Universität Potsdam statt. Die Anspannung war groß, löste sich aber nach der herzlichen Begrüßung durch Ramona. Als ich die erwartungsvollen Gesichter im Publikum sah, fiel die Nervosität fast vollständig von mir ab. Ich las den „Offenen Brief“ aus der Anthologie Über Mut – Über Leben sowie Auszüge aus Andersrum. Zu Beginn wurde die Fahne gehisst, und Universitätspräsident Prof. Dr. Oliver Günther sprach ein Grußwort.

Zweiter Tag: Lesung im Potsdamer Stern-Center

Abschluss in der Staatskanzlei Potsdam

Die Staatskanzlei war erfüllt von einer besonderen Atmosphäre – so viele Menschen waren gekommen! Neben meinem Offenen Brief wurden weitere berührende Texte aus „Über Mut – Über Leben“ vorgetragen. Es war bewegend, als die Lesung endete und dennoch viele blieben, ins Gespräch kamen, Fragen stellten und ihre Gedanken teilten. Für mich persönlich war es ein Highlight, mit René Wilke, dem Innenminister des Landes Brandenburg, zu sprechen. Er eröffnete den Tag mit inspirierenden Worten und schloss ihn mit einer eindrucksvollen Rede ab.

Die Botschaft bleibt

Für mich waren es aufregende Tage – voller Emotionen und Begegnungen. Trotz Lampenfieber habe ich gern aus meinen Büchern und Texten vorgelesen. Und als ich die Reaktionen sah, die offenen Gesichter, das ehrliche Interesse, wusste ich: Es hat sich gelohnt. In gewissem Sinne bin ich stolz, dabei gewesen zu sein und meinen kleinen Beitrag geleistet zu haben. 

 

Begleitet wurden die Lesetage von dem Musiker und Saxophonisten Chris Reinhardt.

So klingt „Das kleine Gebet“ auf dem Marimbaphon:

Zum Thema von Ramona Linné:

 

https://www.rosa-andersrum.de/worte-die-bleiben/