Welcher Moment hat dir gezeigt, dass du stärker bist, als du dachtest? Es gab da einen Moment in meinem Leben, an dem ich sehr verzweifelt war. Eigentlich war es nicht nur ein Moment, sondern ein ziemlich langer Zeitraum, angefangen mit dem Tag der Mitteilung, dass mein Arbeitsvertrag in der Stadtbücherei nicht mehr verlängert wurde und ich bereits am nächsten Tag nicht zur Arbeit erscheinen solle. Das war hart, für mich wahrlich eine Katastrophe.
Es ist kein angenehmes Thema, über das ich heute schreiben möchte – und doch ist es wichtig, nicht nur für mich. Denn es betrifft uns alle, ob als Mittendrinstehende oder als Angehörige. Für beide Seiten ist es ungeheuer schwer.
Ich habe zwei alte Fotos, auf denen meine Mutter vielleicht fünfzehn Jahre alt ist und mein Vater ein junger Mann, von ChatGPT überarbeiten lassen. Die Frage ist: Sind es noch dieselben Menschen, oder hat die KI ihnen doch ein Stück ihres Wesens genommen? Jedenfalls staune ich darüber, wie lebendig sie mir entgegenschauen, auch wenn die „neuen“ Gesichter etwas schmaler wirken. Was meint ihr?
Den unten angefügten Kommentar zu meinem russischen Text „Белый лист“ finde ich sehr beachtenswert. Er hat mich dazu gebracht, über meine beiden Muttersprachen zu sinnieren. Wenn man das überhaupt so sagen darf, denn Russisch ist streng genommen nicht meine Muttersprache, auch wenn ich damit aufgewachsen bin. Danke, Nell, für deine inspirierenden Gedanken!
Die Lesungen an der Universität Potsdam, im Potsdamer Stern-Center und in der Staatskanzlei haben eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig der Kampf gegen häusliche Gewalt ist. Ramona Linné und ihr Team haben mit Engagement und Empathie Leserunden veranstaltet und das Bewusstsein für betroffene Menschen geschärft. Die Aktion hinterlässt bleibende Spuren und Hoffnung.
Bad Sooden-Allendorf … diesen Ort erkläre ich hiermit zu meiner Urheimat. Das klingt ein wenig pathetisch, ich weiß. Doch schon bei meinem ersten Besuch im Sommer 2021 habe ich diese alte Stadt in Hessen ins Herz geschlossen und dort verankert – als meine verlorene und wiedergefundene Heimat. Es ist so, als ob mein Herz die Fühler ausgestreckt, seine Wurzeln in diesem Ort ertastet und sich damit verbunden hätte. Auch das klingt pathetisch – aber ich kann dieses eigenartige, innige...
Als junges Mädchen bin ich ziemlich in mich gekehrt gewesen. Schon von klein auf grübelte ich über dies und jenes, machte mir viele Gedanken um das Universum und seine Geheimnisse, versuchte, das Sein zu ergründen und mir das Nichtsein vorzustellen. Ich träumte von einer besseren Welt, in der alles so war, wie ich es mir und für mich wünschte. Die Träumereien liefen letztlich unweigerlich in den tristen Alltag hinaus, immer und immer wieder. Dann kam die Schulzeit, die es mir auf...
Mein Geburtstag ist abermals vorbei und abermals bin ich froh darüber. Ich mag ihn nicht, mag es nicht, ihn zu feiern, mag nicht einmal Gratulationen entgegenzunehmen. Natürlich tue ich das trotzdem, bedanke mich für die lieben Wünsche, lache und „freue“ mich. Aber ich nehme es auch keinem übel, der mir erst nachträglich gratuliert oder es ganz vergisst.
Meine Frau und ich sind wieder zurück aus Berlin, wo wir vom 26. bis zum 29. Dezember waren und meine Schwester im Krankenhaus besucht hatten. Die Atmosphäre in der Psychiatrie war sehr bedrückend. Weil in der offenen Station kein Bett frei war, befindet sich Aneta in der geschlossenen, und zurzeit ist da auch noch Corona ausgebrochen. Das heißt: Die Patientinnen und Patienten dürfen ihre Zimmer nicht verlassen, werden, sobald sie hinausgehen, wieder zurückgescheucht, und müssen Masken...