Geschichten der Familie Müller


Igor kommt ins Krankenhaus

Igor spielt im Garten mit seinem Freund Alex. Sie hüpfen auf dem Trampolin, lachen und haben viel Spaß. Dann passiert das Unglück. Igor verliert plötzlich das Bewusstsein und fällt um. Zutiefst erschrocken rennt Alex ins Haus und holt Natascha, Igors Mutter. Auch sie ist geschockt, aber sie weiß, was sie zu tun hat. Sie dreht Igor auf die Seite, sodass er besser atmen kann, und ruft den Notdienst an. Der Krankenwagen ist schnell da. Igor wird auf die Trage gelegt und die Trage hinein geschoben. Der Krankenwagen fährt sofort mit Blaulicht und Sirene los.

Inzwischen kommt Igor zu sich, nimmt aber kaum wahr, was um ihn geschieht. Er fühlt sich ein bisschen wie im Traum, weiß aber, dass Mama neben ihm sitzt und seine Hand hält. Nach ein paar Minuten sind sie auch schon am Krankenhaus angekommen und die Sanitäter bringen Igor ins Untersuchungszimmer.

Als Igor ganz wach ist, sieht er an seinem Arm einen dünnen Schlauch, der zu einer Flasche führt. Die Flasche ist mit dem Hals nach unten an einem hohen Gestell angebracht. Igor fragt: ,,Was ist das?“

,,Das ist eine Infusion, die leitet Flüssigkeit in deinen Körper, damit es dir besser geht“, antwortet Natascha, die an seinem Bett sitzt.

„Was ist mit mir passiert?“, will Igor wissen.

Mama erzählt ihm in knappen Worten, dass  er ohnmächtig geworden sei und sich jetzt im Krankenhaus befände. „Alles wird gut“, versichert sie ihm.

Die Krankenschwester kommt herein und fragt lächelnd, wie es Igor geht. Igor lächelt zurück. „Gut.“

„Ich muss dir jetzt Blut abnehmen, danach kannst du aufstehen, wenn du möchtest.“

Später kommen Ärzte in Igors Zimmer und reden mit Natascha. Zu Igor sagen sie, dass er bis Mitternacht aufbleiben und am nächsten Tag schon um halb fünf aufstehen muss, weil sein Kopf untersucht wird. Später kommt auch Papa ihn besuchen und sie spielen zu dritt so lange Brettspiele, bis Igor ins Bett gehen darf.

Am nächsten Morgen wird er ganz früh geweckt. Eine Weile darf er noch spielen, dann bekommt er Tropfen, die ihn sehr müde machen. In einem Untersuchungsraum wird dann sein Kopf mit vielen Elektroden an ein Gerät angeschlossen. Das tut überhaupt nicht weh und während der Untersuchung schläft er sogar.

Er schläft auch noch nach der Untersuchung in seinem Zimmer weiter.

Nach dem Mittagessen soll Igors Herz untersucht werden. Das nennt sich Ultraschall und tut ebenso kein bisschen weh. Igor ist ganz fasziniert, als er sein pulsierendes Herz auf dem Monitor sieht. Er fragt Mama, wie das funktioniert, aber Mama sagt, dass das ziemlich kompliziert sei, sie wisse nur, dass das Gerät Wellen erzeugt, die bis zu dem Herz und wieder zurück geleitet werden. So entstehe ein Bild.

Eine ganze Woche bleibt Igor im Krankenhaus. Es soll ja herausgefunden werden, was für eine Krankheit der Junge hat, und Medikamente festgelegt, die er nehmen muss, damit er keine Anfälle mehr bekommt. Das Ergebnis – in der Medizin heißt es Diagnose – ist Igor jetzt auch bekannt. Er hat Epilepsie, aber die Ärzte sind guter Hoffnung, dass sie irgendwann ausheilt, vielleicht schon in der Pubertät. Und bis dahin ist es ja nicht mehr lange, sagt sich Igor selbst.

In der Kinderklinik fühlt er sich wohl, die Ärzte und Krankenschwestern sorgen sich um ihn, Mama und Papa besuchen ihn, so oft sie können, und manchmal bringen sie seine kleine Schwester Anna mit.

Als er wieder daheim ist, verkündet Igor seinen Eltern ganz feierlich, dass er unbedingt Kinderarzt werden möchte. Deswegen will er nach der Grundschule aufs Gymnasium gehen und fleißig lernen, damit er gute Noten bekommt. Die sind nämlich für das Medizinstudium sehr wichtig.


Igor der Babysitter

Heute ist Igor Babysitter. Er muss auf seine Schwester Anna aufpassen. Anna ist noch sehr klein. Die Eltern von Igor und Anna wollen ins Restaurant und anschließend kurz die Tante besuchen. Sie versprechen, in zwei Stunden wieder da zu sein.

 

Eigentlich hat Igor keine Lust, auf seine Schwester aufzupassen. Er würde lieber zu seinen Freunden gehen und mit ihnen spielen. Aber er muss zu Hause bleiben. Er sitzt im Wohnzimmer und schaut fern, während Anna schläft. Plötzlich wird Anna wach und beginnt zu schreien. Wahrscheinlich hat sie Hunger. Igor geht schnell in die Küche und holt den Baby-Brei, um sie zu füttern. Dann ist er erleichtert. ,,Endlich hat das Baby aufgehört zu schreien. Super, sie hat jetzt keinen Hunger mehr, das heißt, ich kann wieder fernsehen.“ Eine Stunde verbringt Igor noch vor dem Fernseher, dann erinnert er sich, dass er für Mathe lernen muss.

Das Baby schreit wieder. Igor vermutet, dass Anna jetzt den Schnuller haben will und er gibt ihn seiner Schwester. Anna hört auf zu schreien und schläft wieder ein. Igor kann seine Mathe-Aufgaben zu Ende machen.

Nun sind auch Igors Eltern gekommen. Igor fängt sofort an: ,,Ich muss euch unbedingt erzählen, was passiert ist. Erst hat Anna geschrien, weil sie hungrig war. Ich gab ihr den Baby-Brei und sie hat aufgehört zu schreien. Aber danach wollte sie ihren Schnuller, den bekam sie auch von mir. Jetzt schläft sie wieder.“ Die Mutter sagt: ,,Lass uns doch bitte erst mal reinkommen.“

Igor fragt seine Mutter: ,,Was habt ihr denn Schönes erlebt?“

Die Mutter antwortet: „Wir waren in einem chinesischen Restaurant und es war sehr lecker, dann besuchten wir deine Tante und schauten uns ihre neue Wohnung an.“

Dann will Mama wissen: „Hast du denn für Mathe gelernt?“

Igor antwortet: ,,Ja, habe ich.“

Am nächsten Tag ist Igor wegen der Mathe-Arbeit ganz nervös, aber er bekommt dafür eine Eins und ist erleichtert und glücklich :-)

 


Familie Müller im Schwimmbad

Die Eltern freuen sich sehr über die Eins ihres Sohnes und als Belohnung für Igor fährt die ganze Familie ins Schwimmbad. Während der Fahrt weint Anna und Igor meint, dass sie Durst hat, deshalb gibt er ihr Tee aus der Trinkflasche. Zum Glück dauert die Fahrt nicht lange.

Alle haben ihre Badesachen angezogen. Gemeinsam gehen sie in die Schwimmhalle zum Babybecken.

Igor schreit: „Arschbombe!“ und die Mama ruft entsetzt: „Stopp!“

„Was ist denn?“, fragt Igor.

Mama antwortet: „Du darfst doch nicht in einem Babybecken eine Arschbombe machen!“

Igor lacht. „Das weiß ich doch, ich wollte dich nur veräppeln.“

Mama sagt: „Du hast mich aber wirklich veräppelt, du kleiner Scherzkeks.“

Igor freut sich: „Lecker, ich bin ein Scherzkeks! Haben wir überhaupt Kekse dabei?“

„Wir haben Kekse dabei, aber die darfst du erst später essen.“

Papa unterbricht die beiden: „Seid ihr endlich fertig mit eurem Gespräch? Anna und ich wollen jetzt schwimmen.“ Igor und Mama sagen gleichzeitig: „Ja, sind wir!“

Die Erwachsenen besprechen sich kurz und Mama sagt zu ihrem Sohn: „Als erstes gehe ich mit Anna ins Babybecken, und du mit Papa zum großen Becken.“ Igor ist damit einverstanden.

Im Babybecken zeigt Anna auf die Babyrutsche – sie will da unbedingt herunter rutschen. Mama sagt: „Ok, aber ich fange dich natürlich.“

Die Kleine quickt und lacht vor Freude. Sie findet das Rutschen so toll, dass sie es noch einmal machen möchte.

In dieser Zeit sind Papa und Igor auf dem drei Meter hohen Turm und springen ins Wasser. Igor macht einen Vorwärts-Salto und Papa springt ganz normal herunter.

Eine halbe Stunde später machen alle eine kleine Pause und trocknen sich ab. Igor fragt seinen Papa: „Können wir bitte gleich tauchen und einen Ring im Zweimeter-Becken hochholen?“

Papa antwortet: „Natürlich.“

Zunächst aber genießt Igor die Schokokekse, die seine Mama mitgebracht hat. Danach holen Igor und Papa einen Ring hoch.

Mama geht mit Anna in ein etwas tieferes Becken, aber da muss das Kind seine Schwimmflügel anziehen.

Zwei Stunden sind vergangen. Alle sind etwas müde und möchten jetzt nach Hause. Anna ist während der Fahrt eingeschlafen, aber Igor und die Eltern reden noch über den schönen Tag, den sie im Schwimmbad verbracht haben.