Im Kloster Achair

"Die Reise zurück - Wo ich einmal war", Teil 7

An einem trüben, regnerischen Tag (es war auch der einzige mit Schlechtwetter in dieser Woche) hatten wir einen Ausflug in das berühmte Nonnenkloster Achair unternommen. Das Kloster liegt auch am Irtysch, aber 45 km von Omsk entfernt.

Eine Nonne nahm uns in Empfang. Sie verteilte Info-Blättchen und erzählte vom Kloster und seinen Besonderheiten, darunter auch von der heiligen Quelle. Das Wasser dieser Quelle soll Wunder wirken.

Egal, welche Krankheit du hast – es hilft, erklärte uns die Schwester. Aber wie sehr sie sich auch bemühte, uns zu überreden, da rein zu gehen - wir waren unnachgiebig, nicht mal unsere Füße wollten wir nass machen.

Bei näherem Betrachten erkennt man zwei Köpfe, die im Wasserstrom über die Oberfläche ragen – diese Stelle soll die Wunderwirkendste sein. Die ganze Zeit, in der wir da standen und das Treiben beobachteten, rührten die zwei sich nicht vom Fleck (und wir standen lange!), obwohl die anderen Badenden ohne Zweifel auch scharf darauf waren, etwas vom Wunder abzubekommen. Wir fanden diese dauerhafte Besetzung überhaupt nicht nett.

Allerdings gab es auf dem Klostergelände noch einen Brunnen, in dem das Wasser (selbstverständlich!) ebenso heilend war. Auf dem Rand stand ein voller Eimer mit einem angeketteten Emailenbecher. Wer wollte, konnte den Becher zum Trinken benutzen. Auch das trauten wir uns nicht zu tun, denn der Gedanke daran, wie viele Münder den Becher schon berührt haben könnten, hielt uns irgendwie davon ab.

 

An diesem Tag fand gerade eine Taufe statt und wir schauten gebannt zu. Fotografieren durften wir sie leider nicht, aber Sylvia hatte trotzdem heimlich gefilmt.

 

Und es gab an diesem Tag (an anderen bestimmt auch) eine richtige Plage im Kloster – Horden von Mücken, die uns immer wieder attackierten. Die meisten Stiche bekam Dagmar ab –wir zählten ganze 53 zusammen, und das nur an einem Bein. Einige der Wunden entzündeten sich später, und ich musste für die Leidende eine Salbe aus der Apotheke besorgen. Sie half glücklicherweise sehr gut.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Christel Wismans (Sonntag, 07 Februar 2016 23:24)

    oh, Mann, vielleicht hättet ihr doch ein wenig heiliges Wasser tanken sollen, sicher hätten die Mücken sich dann zurück gehalten...)))