Russland-Reise

Russland-Reise · 21. Februar 2016
Nach unserer Rückkehr hatte ich tatsächlich einen Brief an den Arbeitgeber von Oxana und Vera geschrieben – in russischer Sprache, versteht sich, in dem ich mich im Namen aller drei Zugreisenden für die gute Betreuung bedankte. Ob er was bewirkt hatte, ob er überhaupt angekommen war – das bleibt ein Geheimnis, denn beantwortet wurde er nie. Es sind seit unserer eindrucksvollen Reise schon fast 13 Jahre vergangen, die Erinnerungen daran werden jedoch immer lebendig bleiben - dafür...
Russland-Reise · 17. Februar 2016
Die Zugfahrt zurück nach Moskau war der krasse Gegensatz zu der Fahrt nach Omsk. Wir hatten zwar wieder ein Abteil nur für uns drei und zwei Zugbegleiter – eine junge, distanzierte und desinteressierte Frau (desinteressiert zeigte sie sich nicht nur uns Ausländern gegenüber, sondern auch gegenüber allen anderen Passagieren) und ein ebenso kühler, geschäftiger junger Mann. Zu allem Leid hatten zwei von uns dreien starke Magenbeschwerden, vermutlich lag es an dem Fisch, den wir bei Raja...

Russland-Reise · 13. Februar 2016
Zur Abschiedsfeier waren wir bei Raja eingeladen. Männer waren nicht dabei. Nicht, dass keiner sie haben wollte. Es gab sie einfach nicht, nicht für die anwesenden Damen. Warum wir drei ohne Herren-Begleitung auftraten, brauche ich natürlich nicht zu erklären. Was Olga betrifft, so war sie verwitwet. Eugens Bruder - ihr Mann (da lebten sie allerdings schon getrennt) - starb, als er noch keine 40 war, infolge des Alkohol-Missbrauchs (vorsichtig ausgedrückt). Raja könnte man ebenso als...
Russland-Reise · 07. Februar 2016
An einem trüben, regnerischen Tag (es war auch der einzige mit Schlechtwetter in dieser Woche) hatten wir einen Ausflug in das berühmte Nonnenkloster Achair unternommen. Das Kloster liegt auch am Irtysch, aber 45 km von Omsk entfernt.

Russland-Reise · 05. Februar 2016
Das Wetter war während unseres Aufenthalts in Omsk überwiegend schön und sonnig, perfekt für einen Ausflug ins Grüne, und so lud uns Galja auf ihre Datscha ein. Im Westen assoziiert man das Wort Datscha mit schickem Landhaus, umgeben mit einem schönen Garten. Jedoch sind die meisten Datschen in Russland nicht zum Entspannen da, sondern dienen für die Zusatzversorgung mit Kartoffeln, Gemüse und Obst. Es ist harte Arbeit, verbunden mit langen Fahrten, da die Datschen außerhalb der Stadt...
Russland-Reise · 03. Februar 2016
Der Besuch in der Bibliothek und das Treffen mit meinen ehemaligen Kolleginnen war selbstverständlich ein Muss. Sie freuten sich, mich zu sehen; man merkte ihnen auch an, wie neugierig sie auf die zwei Frauen waren, die mich begleiteten. Sie stellten viele Fragen zu unserem Leben, zu Deutschland und zu meiner Arbeit in der Stadtbücherei. Ich kam, ehrlich gesagt, kaum mit dem Übersetzen nach.

Russland-Reise · 30. Januar 2016
Das Dorf, in dem ich aufgewachsen bin ... eine besondere Etappe der Russlandreise. Ich gebe zu – ich hatte Angst, dahin zu fahren, obwohl dieses Gefühl mir selbst völlig irrational vorkam. Erst Jahre später sollte ich den Grund dieser seltsamen Beklemmung erkennen und somit auch verstehen, warum ich schon als Kind depressiv war. Im Jahr 2003 hatte ich nicht die geringste Ahnung ...
Russland-Reise · 28. Januar 2016
Auf den Straßen von Omsk Es hat sich vieles verändert und doch war die Stadt immer noch die alte, die aus meiner Vergangenheit. Es fühlte sich an, als ob meine Träume in die Wirklichkeit eingedrungen wären. Die Menschen, die bekannten Straßen und Gebäude riefen Erinnerungen wach, sogar Empfindungen von damals kamen wieder hoch. Mit dem Wissen - ich bin nur Gast hier, nur für kurze Zeit - ergaben sie eine seltsame Mischung aus Wehmut, Hoffnung, Nidergeschlagenheit, Unruhe. Trotz alledem...

Russland-Reise · 26. Januar 2016
Der Ausstieg aus dem Zug glich für mich persönlich einem Eintritt in meine Vergangenheit. Plötzlich war ich wieder mittendrin, sah den alten Bahnhof, hörte aufs Neue seine Geräusche – die Ansagen aus den Lautsprechern, das Hupen der PKWs und die Warnsirenen ihrer Alarmanlagen. Sie waren mir so vertraut und gleichzeitig irgendwie befremdlich. Dieses intensive erste Gefühl glättete sich im Laufe des Aufenthaltes in Omsk, ganz konnte ich meine innerliche Anspannung jedoch nicht loswerden.
Oxana - die Zugbegleiterin, Transsib Moskau-Omsk
Russland-Reise · 25. Januar 2016
Es gibt neun Bahnhöfe in Moskau. Wir mussten zum Kazanskij, aus dem die Züge unter anderen auch in Richtung Sibirien fuhren. Da wir nicht zwei Tage und zwei Nächte lang mit einem fremden und womöglich unsympathischen Menschen in engstem Raum verbringen wollten, hatten wir für uns das gesamte Abteil eines Schlafwaggons gebucht. Einer von vier Plätzen war also nicht besetzt und so verfügten wir auch noch über genug Ablagefläche. Sobald wir uns einigermaßen eingerichtet hatten, kam auch...

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