Der Verlust eines geliebten Menschen hinterlässt Spuren, die tiefer reichen, als wir es zunächst begreifen können.
In meiner Gefühlswelt und in meinen Gedanken hat sich etwas verschoben. Ich merke, dass ich anders geworden bin, ängstlicher, dass mich schon ein Schatten von Panik überfällt, wenn ich mein Sorgenkind, das allein lebt, nicht sofort erreichen kann. Dann male ich mir schlimme Bilder aus, so wie das früher war, und bin beinahe überzeugt, dass ihm etwas zugestoßen ist.
Nachts, wenn ich aus dem Schlaf auftauche, ertappe ich mich dabei, wie ich den Atem anhalte, um auch die leisesten Geräusche und Atemzüge meiner Frau wahrzunehmen. Dieses Lauschen gab es schon immer, doch in letzter Zeit hat es zugenommen.
Da ist dieses Bangen im Herzen, das sich nicht vertreiben lässt – die Furcht, dass erneut etwas geschieht, was mich unvorbereitet trifft. Dabei denke ich kaum an mich selbst, sondern vielmehr an die Menschen, die mir am nächsten stehen. Ich frage mich, ob das Schicksal wieder zuschlagen könnte, in einem Moment, in dem ich am wenigsten damit rechne. Ob es morgen sein wird, übermorgen, oder vielleicht sogar schon heute.
Die Ungewissheit macht mir Angst.


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